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Ziel des SiMaKon-Projektes ist die Konzeption und Entwicklung eines interaktiven Systems zur Unterstützung des Verkaufs von Kleidung über das Internet. Hierbei wird sowohl individuell konfigurierbare Maßbekleidung als auch Konfektionsware berücksichtigt. Zentraler Bestandteil ist die „Virtuelle Anprobe“, eine hoch realistische, physikalisch korrekte, dreidimensionale Anprobe-Simulation. Sie kleidet kundenindividuelle Figurinen (Avatare) mit auf echten Produktionsschnitten basierenden Kleidungsstücken ein. Für die Kunden wird eine Passformkontrolle und eine reale Beurteilung der Optik der Bekleidung an ihrem virtuellen Ebenbild möglich.
Dabei entstehen auch Vorteile für den Handel. Durch die Überprüfung der Passform ersparen sich Kunden im Idealfall das Bestellen von Produkten in mehreren verschiedenen Größen – heutzutage sehr verbreitet für eine vergleichende Anprobe zuhause. Die so erzielbaren reduzierten Retourenraten beinhalten ein erhebliches Einsparpotential für den Handel. Hinzu kommen besondere Vorteile für Endkunden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Sie können auf die für sie im Geschäft oder auch zuhause sehr umständliche reale Anprobe verzichten.
Im Rahmen des Projektes ergeben sich folgende Teilziele:
Kundenspezifische virtuelle Menschen
Wiedererkennbarkeit ist bei den Avataren des SiMaKon-Systems eines der wichtigsten Kriterien - die virtuellen Menschen sollen Spiegelbilder der Kunden sein. Neben den Körpermaßen und der Körperform sollen auch Haut- und Augenfarbe und im Kopfbereich die Gesichtsform und die Frisur individuell anpassbar sein. Dabei sind verschiedene Eingabemöglichkeiten angedacht. Neben der Auswahl von Standardgrößen und der Angabe einzelner Körpermaße durch die Endkunden selbst, sollen auch Photos von Körperkonturen und Bodyscans zum Einsatz kommen.
Schnittmustererzeugung
Die Bereitstellung der notwendigen Schnittdaten stellt für den Handel eine nicht unerhebliche Herausforderung dar, da er bei Konfektionsware häufig nicht über diese Daten verfügt. Daher sollen auf Basis unterschiedlicher verbreiteter Schnittsysteme Algorithmen entwickelt werden, die aus den Fertigmaßen die für die Schnitte notwendigen Konstruktionsmaße ableiten. Dadurch soll ein Baukastensystem von Schnittmustern aufgebaut werden, aus dem die benötigten Daten generiert werden können. Im Idealfall soll dieses Verfahren die gesamte Palette von herkömmlichen Bekleidungsteilen abbilden und so die Produktpaletten der Händler vollständig abdecken.
Simulation und Visualisierung
Der bekleidete Avatar soll den Kunden in einer realistischen virtuellen 3D-Umgebung präsentiert werden, die es ihnen erlaubt, die Passform und die Optik aus allen relevanten Blickwinkeln überprüfen zu können. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf der realistischen Darstellung von Stoffen und deren Eigenschaften in Bezug auf Trageverhalten und Faltenwurf. Das Ergebnis dieser Simulation soll eine effektive Passformkontrolle erlauben. Im Fall der Maßkonfektion kann die Möglichkeit einer individuellen Veränderung der Schnitte unterstützt werden. Bei Konfektionsware dagegen unterstützt das System den Kunden so bei der Auswahl der optimalen Konfektionsgröße.
Optimale Benutzerfreundlichkeit
Das System muss sowohl vom Kunden als auch vom Betreiber des Internetgeschäftes einfach, schnell und intuitiv zu bedienen sein, sprich eine hohe Benutzungsfreundlichkeit aufweisen. Als ein anderer wichtiger Faktor, der Internetkunden länger auf den Seiten eines Anbieters verweilen lässt, sie (häufiger) zum wieder Zurückkehren bewegt und die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht, wird häufig das Einkaufserlebnis angeführt. Das Ziel von SiMaKon ist, für beide Merkmale eine hohe Qualität zu erreichen.
Leistungsstarke und skalierbare Systemarchitektur
Für die Realisierung als Internetanwendung ist eine leistungsstarke, skalierbare Client-Server-Architektur erforderlich. Eine besondere Herausforderung liegt in der Optimierung des komplexen und rechenintensiven Simulationsvorgangs in Richtung Quasi-Echtzeit, um die von Online-Kunden erwarteten kurzen Reaktionszeiten einer interaktiven Web-Anwendung zu erreichen.
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