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SiMaKon
Pressemitteilungen
20.04.2009 - Virtuelle Anprobe im Internet

Exponat der Hochschule Fulda auf der IMB, Weltmesse für Bekleidungstechnik und Textilverarbeitung in Köln, 21. - 24.04.2009

Bequem von zuhause aus Bekleidung "shoppen gehen", in einem nahezu grenzenlosen Produktangebot stöbern und dabei unabhängig von Öffnungszeiten sein - das Internet macht es möglich. Inzwischen für sehr viele Menschen ein attraktiver Weg, sich einzukleiden: Gemessen am Online-Umsatz steht die Textil- und Schuh-Branche mit deutlichem Abstand an erster Stelle.
Doch welche Größe ist bei dem gewählten Oberteil die passende? Und harmonieren Farbe, Schnitt und Passform mit dem eigenen Typ? Viele offene Fragen, die Kunden nach wie vor verunsichern und denen die Versender mit großzügigen Rücksendeoptionen begegnen. Auf bis zu 80% schätzen Experten die Retourenquote, was enorme Kosten verursacht.

Die Antwort auf diese Herausforderungen liefert die Virtuelle Anprobe: Kleidung im Online-Shop am eigenen virtuellen Körper anprobieren und verlässlich beurteilen.
Die einzelnen Komponenten, aus denen reale Bekleidung besteht, wie u.a. einzelne Stoffteile, werden im Rechner zu einem dreidimensionalen Kleidungsstück zusammengefügt und dem Avatar, dem virtuellen Abbild des Kunden "angezogen". Sowohl Konfektionsware als auch Maßkonfektion wird unterstützt. Um Faltenwurf und textile Oberfläche realistisch darzustellen, werden physikalische Stoffeigenschaften, Schwerkraft und Reibung berücksichtigt. Höchste Detailtreue wird durch die Abbildung von Merkmalen wie Nahtfäden, Stoffdicke und Knöpfen gewährleistet. Die aufwändige Berechnung von Beleuchtung und Schattenwurf trägt ebenfalls zu einem hochwertigen Darstellungsergebnis bei. Die Avatare sind hinsichtlich ihrer Körpermerkmale anpassbar: Körpermaße und -form, Frisur und Hautfarbe sowie individuelle Gesichtsformen (noch in Arbeit). Neben einer zuverlässigen Passformkontrolle und Beurteilung der Optik der Bekleidung soll so auch sichergestellt werden, dass die Kunden sich mit ihrem virtuellen Ebenbild identifizieren.
Nahtlos integriert in beliebige Bekleidungs-Shops kann die 3D-Szene - Avatar, vollständiges Outfit mit mehreren Bekleidungsstücken und Hintergrund - im Web-Browser betrachtet werden. Die Kunden haben die Möglichkeit, ihr Anprobeergebnis interaktiv aus beliebigen Blickwinkeln zu begutachten und Details zu vergrößern. Einzelne Kleidungsstücke oder bei Maßkonfektion auch Komponenten wie Stoffe oder Krägen können direkt aus dem Produktkatalog heraus ausgetauscht werden.
Ein Vergleich verschiedener Kombinationen ist für die Kunden damit sehr einfach durchführbar. Traditioneller Online-Shops lassen mit dieser innovativen Technologie ein völlig neues Einkaufserlebnis für die Kunden entstehen. Im SiMaKon-Projekt findet eine enge Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Partner mit Unternehmen aus der Textilbranche statt, um alle relevanten Anforderungen der Praxis zu berücksichtigen. Fortlaufende Benutzerteste stellen bereits in der Entwicklungsphase sicher, dass durch umfassende Benutzerfreundlichkeit ein Höchstmaß an Akzeptanz bei den Endkunden erreicht wird.

Die aktuellen Arbeiten bis zum Projektabschluss konzentrieren sich zum einen auf die weitere Optimierung der Benutzungsschnittstellen. Desweiteren wird an der Erweiterung und Verbesserung der Möglichkeiten zur kundenindividuellen Anpassung der Avatare und Leistungsverbesserung der Bekleidungssimulation gearbeitet. Die zukünftige Fortführung der Forschungsaktivitäten wird perspektivisch im Bereich der Avatare sowie der Realisierung des Konzepts der virtuellen Anprobe und des Bekleidungseinzelhandels generell in virtuellen Welten, speziell unter User Experience Gesichtspunkten angesiedelt sein. Kooperationsanfragen sowohl aus dem Bereich Wirtschaft als auch der Forschung sind jederzeit willkommen.

Das Forschungsprojekt SiMaKon zieht nach Abschluss der Hälfte der auf drei Jahre angelegten Arbeiten eine positive Zwischenbilanz. Als Ergebnis demonstriert es seinen aktuellen System-Prototypen der "Virtuellen Anprobe im Internet" auf der Messe IMB, World of Textile Processing in Köln, die am 21.04.09 beginnt. SiMaKon, Simulation von Maßbekleidung und Konfektion online zur Passformkontrolle ist ein BMBF-gefördertes interdisziplinäres Kooperationsprojekt unter Leitung der Hochschule Fulda, Prof. Dr. Karim Khakzar, und unter Beteiligung der Hochschule Reutlingen, des Maßkonfektionärs Campe & Ohff GmbH, Lauterbach, Berlin und Hamburg, der Damenmaßmanufaktur Hoffmann GmbH, Nürnberg sowie des Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, Darmstadt. Auf der Messe wird das Projekt am Stand des Projektpartners Hochschule Reutlingen in Halle 07.1, Stand C040 gezeigt.

Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Karim Khakzar,
Projekt SiMaKon
Hochschule Fulda, University of Applied Sciences
Marquardstraße 35, 36039 Fulda
Telefon +49 (661) 9640-338, Fax -349
info@simakon.info
http://www.simakon.info/

veröffentlicht über Informationsdienst Wissenschaft (20.04.2009)


SiMaKon.info




 
27.05.2007 - Hochschule Fulda erhält 260.000 Euro für Forschungsprojekt
Informatiker der Hochschule Fulda wollen in den kommenden 3 Jahren ein innovatives System zur virtuellen Anprobe und zum Verkauf von Kleidung über das Internet entwickeln

Die Fuldaer Forschergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Karim Khakzar vom Fachbereich Angewandte Informatik erhielt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Zuschlag für eine dreijährige Förderung.

Ziel ist die Entwicklung einer virtuellen Anprobe, die den Kunden ein realitätsnahes Anprobieren von Kleidungsstücken über das Internet ermöglicht. Das geplante System soll sowohl eine Überprüfung der Passgenauigkeit als auch eine effektive optische Entscheidungshilfe bieten. Zuhause am Computer können sich Kunden ihr dreidimensionales, virtuelles Ebenbild erstellen und mit der angebotenen Bekleidung betrachten. Verschiedene Kleidungsstücke können kombiniert und Maßbekleidung kann darüber hinaus auch individuell gestaltet werden, um z. B. das persönliche Wunschkleid zu erhalten.

Mit Hilfe modernster Technologien erlaubt das System eine sehr realistische Darstellung des Kunden und der Bekleidung und hilft auch bei der Wahl der richtigen Kleidergröße. Ein wichtiger Fortschritt besteht außerdem darin, dass eine solche Anprobe nun über das Internet möglich wird. Entscheidet sich der Kunde auf der Website eines Maßschneiders für den Kauf eines Kleidungsstücks werden die Daten direkt elektronisch an die Manufaktur übermittelt.

Sowohl Hersteller und Versender von Konfektionsware als auch Maßschneider profitieren von dem geplanten System, da sie ihre Produkte wesentlich anschaulicher als bisher über das World Wide Web anbieten können. Entscheidend ist aber, dass die Kunden mit Hilfe des Systems besser beraten und betreut werden können.

Das neue Projekt unter der Bezeichnung „SiMaKon - Simulation von Maßbekleidung und Konfektion online zur Passformkontrolle“ wird in Kooperation mit der Hochschule Reutlingen durchgeführt, die ebenfalls eine Fördersumme in gleicher Höhe erhält. Weitere wissenschaftliche Partner sind die Technische Universität Darmstadt, Lehrstuhl Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) sowie das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), Darmstadt. Als gewerbliche Partner und Anwender der Technologie beteiligen sich die Maßschneiderei Campe & Ohff GmbH aus Lauterbach sowie die Maßmanufaktur Hoffmann GmbH aus Nürnberg an den Forschungsarbeiten. Die Gesamtleitung des Projekts liegt bei der Hochschule Fulda.

Seit mehreren Jahren forscht das Fuldaer Team um Prof. Dr. Khakzar auf dem Gebiet multimedialer Benutzungsschnittstellen für den Einsatz im Einzelhandel. Die Arbeiten wurden bisher bereits in erheblichem Umfang durch die Europäische Union sowie das BMBF gefördert. Umso erfreulicher ist es, dass die Forscher nun die Fortsetzung ihrer Arbeit über einen Zeitraum von 3 Jahren finanziert bekommen.


v.li. Vizepräsident Prof. Dr. Karim Khakzar, Projektmitarbeiter M.Sc. Dipl.-Inf. Rainer Blum während der Präsentation eines Vorgängerprojekts auf der CeBIT 2007